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Unser hübscher Bundy sucht ein Zuhause

Tierschutzverein Lemuria e.V.
Tierschutzverein Lemuria e.V. Büro: Appenborner Weg 5 - 35466 Rabenau Hessen
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Mittelmeerkrankheiten

Leishmaniose

Beim Krankheitserreger der Leishmaniose, den Leishmanien, handelt es sich um kleine, einzellige Parasiten (Protozoen).
Vorkommen:
Bei unseren Haustieren kommt die Leishmaniose vor allem beim Hund vor, aber auch bei Katzen, Nagern, Rindern und Pferden sind Erkrankungen beschrieben.

Übertragung:
Die Übertragung der Leishmaniose auf den Endwirt (bsp. Hund) erfolgt beim Blutsaugeakt durch eine bestimmte Stechmückenart, der weiblichen Sandfliege (Phlebotomus).
Die Sandfliege ist in der warmen Jahreszeit, zwischen April und November, aktiv. Sie versteckt sich tagsüber in dunklen Nischen und fliegt ab späten Nachmittag aus, mit der höchsten Aktivität am frühen Morgen zwischen 2 und 4 Uhr.

Verbreitung:
Das Verbreitungsgebiet der Sandfliege und somit auch der Leishmaniose umfasst vor allem die Tropen, aber auch den Mittelmeerraum, insbesondere Spanien, Frankreich und Italien, den mittleren Osten, Afrika, China und Indien.

Entwicklung der Leishmaniose:
1. In der Sandmücke entwickelt sich die „infektiöse Form“ der Leishmanien.
Diese „infektiöse Form“ der Leishmanien wird dann beim Saugakt der weiblichen Sandfliege auf den Endwirt (bsp. Hund) übertragen.
2. Im Endwirt (bsp. Hund) vermehren sich die Leishmanien in den Zellen des Abwehrsystems (weiße Blutkörperchen). Schließlich zerstören die Leishmanien die Zellmembran und gelangen so wiederum in den Organismus, um dann erneut Zellen des Abwehrsystems des Körpers und im weiteren Krankheitsverlauf auch Zellen der verschiedenen Organe zu befallen.

Symptome:
Die Leishmaniose kann sich sehr vielfältig darstellen. Man kann im Wesentlichen zwei Erkrankungsformen unterscheiden, die gleichzeitig oder aber auch nur einzeln auftreten können:

1. Hautform (cutane Leishmaniose)
• symmetrischer Haarverlust und Schuppenbildung
• Geschwüre der Haut, Knötchen- und Pustelbildung in der Haut
• übermäßiger Verhornung der Haut
• Pigmentverlust im Nasen-Maulbereich
• Krallenverkrümmung und Nagelbettentzündung
• Re- oder intermittierendes Fieber

2. Erkrankung inneren Organe (viszerale Leishmaniose)
• Leber- und Darmentzündungen
• Gelenks- und Muskelentzündungen
• Blutgefäß- ;Nerven und Knochenmarksentzündungen
• Nierenversagen
• Störung der Blutgerinnung
Der Verlauf der Krankheit hängt im Wesentlichen von der Immunantwort des Endwirtes ab. Deshalb ist die Inkubationszeit (= Zeit zwischen der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome) auch sehr unterschiedlich und kann sich von einen Monat bis sieben Jahren erstrecken.

Pathogenese:
Im Darm der mit Leishmanien (amastigote Form) infizierten Sandfliege findet zunächst eine starke Vermehrung statt, an die sich die Umwandlung in die promastigote Form anschließt. Diese „infektiösen“ Leishmanien wandern in den Stechrüssel des Insektes ein und werden dann beim nächsten Blutsaugeakt in die Haut des Endwirts übertragen.
In der Haut des Endwirts werden sie von dendritischen Zellen und lokalen Makrophagen aufgenommen und vermehren sich im Zellinnern. Im Anschluss an diesen

Vermehrungszyklus zerstören die Leishmanien die Zellmembran und gelangen so wiederum in den Organismus, um dann erneut Zellen des Abwehrsystems des Körpers zu befallen. Dabei haben Leishmanien vor allem eine Affinität zu Zellen der Lymphknoten, des Knochenmarks, der Milz und der Leber.
Der Verlauf der Krankheit hängt im Wesentlichen von der Immunantwort des Endwirtes ab. Deshalb ist die Inkubationszeit (= Zeit zwischen der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome) auch sehr unterschiedlich und kann sich von einen Monat bis sieben Jahren erstrecken.
Resistente Tiere reagieren auf die Infektion mit einer zellvermittelten Immunantwort über T1-Helferzellen. Überwiegt jedoch eine Immunglobulin-vermittelte Immunantwort, werden die noch infektionsfähigen Erreger wiederum von Makrophagen aufgenommen und die Infektion breitet sich aus. Mit zunehmender Erkrankungsdauer wird diese Immunantwort immer unspezifischer. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Übermaß an zirkulierenden Antigen-Antikörper-Komplexen und schließlich zur Ausbildung von Symptomen wie der viszeralen Form der Leishmaniose oder aber auch zu Nierenversagen oder zum Tod.
Neben dieser indirekten Schädigung mit ihren entsprechenden Folgeerscheinungen bewirkt der Parasit aber auch unmittelbare Schädigungen des betroffenen Organsystems, die sich in granulomatösen Entzündungen von Haut, Leber, Niere, Darm, Augen und Knochen äußern können.

Diagnose:
Die einfachste Form der Diagnosestellung erfolgt mit Hilfe einer Blutuntersuchung zur Leishmanioseantikörperbestimmung.
Daneben gibt es noch andere diagnostische Möglichkeiten wie dem direkten Parasitennachweis, Hautbiopsien oder Knochenmarksuntersuchungen auf Leishmanien, die aber nicht routinemäßig eingesetzt werden.

Therapie:
Die Behandlung der Leishmaniose beim Hund ist nur erfolgreich, wenn sie im Frühstadium einer Infektion erfolgt, am besten noch bevor klinisch sichtbare Symptome vorhanden sind. Denn eine frühe Behandlung verhindert normalerweise die Ausbildung klinischer Symptome der Krankheit und verlängert das Leben des Hundes. Deshalb ist es wichtig, den Hund einmal jährlich mit einem routinemäßig durchgeführten Bluttest auf Leishmanioseantikörper zu untersuchen.

Können Menschen an Leishmaniose erkranken?
Der Hund ist für die im Mittelmeerraum einheimische Leishmaniosespezies am empfänglichsten, während andere Spezies, einschließlich des Menschen eine recht gute Resistenz gegen die Infektion besitzen.

Wir vom Tierschutzverein Lemuria empfehlen:

Spätestens 6 Monate nach der Adoption eines Hundes aus dem Ausland, einen weiteren Bluttest
durchzuführen. Es kann vorkommen, dass der Hund in der Zeit vom Test im Ausland bis zur Ankunft
in Deutschland infiziert wurde. Leider besteht auch in Einzelfällen die Möglichkeit,
dass der Hund die Krankheit in sich trägt aber noch die aber noch nicht zum Ausbruch gekommen ist.

Für schwierige Einzelfälle, bei denen Veterinäre in Deutschland noch keine ausreichende Erfahrung haben, vermitteln wir gern Kontakte zu deutschsprachigen Veterinären in Spanien.

Die Menschen die von vornherein bereit sind, einen positiv getesteten Hund zu adoptieren,

raten wir, sich unbedingt vorab über die Risiken der Krankheit im Internet umfassend zu informieren.

Gerne stellen wir den Kontakt zu Hundebesitzern her, die einen an Leishmaniose erkrankten Hund haben.